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Warum der Holzpreis explodiert – und was das für uns bedeutet

Ganz Deutschland geht das Holz aus. Diesen Eindruck bekommt jeder, der in den letzten Monaten versucht hat, Holz zu beschaffen. Egal, ob für den Hausbau oder – wie in unserem Fall –, um damit handgemachte Cornhole-Spiele herzustellen.

Aber warum steigt der Holzpreis seit einiger Zeit so rapide? Was bedeutet der Anstieg für die Wirtschaft und für uns? Mit diesem Beitrag wollen wir euch einen ersten Überblick geben.

Warum ist Holz so knapp und damit teuer geworden?

Dass Holz knapp ist, bedeutet nicht unbedingt, dass wir in Deutschland zu wenig Holz produzieren. In der Sendung mehr/wert des BR erklärt Harald Pflaum von der Waldbesitzervereinigung, dass deutsche Waldbauern in den letzten drei Jahren sogar mehr Holz produziert haben als jemals zuvor. Das Problem liegt allerdings zum einen an der aktuell riesigen Nachfrage, zum zweiten an Schädlingen: In den letzten Jahren hat unter anderem der Borkenkäfer viele Wälder zerstört und die Qualität des Holzes gesenkt. Das qualitativ hochwertige Holz steigt damit im Preis und ist schnell vergriffen. Dieses Problem haben nicht nur deutsche Waldbauern.

Wie in der Wirtschaftswoche zu lesen ist, ist die globale Nachfrage nach Holz extrem gestiegen, unter anderem durch einen Bauboom in den USA und Deutschland. Normalerweise beziehen die USA ihr Holz von ihren kanadischen Nachbarn, deren Wälder aber sowohl von Waldbränden als auch Käferplagen betroffen sind. Daher haben die USA ihren Holzmarkt vergrößert und importieren den Rohstoff nun aus anderen Ländern – zum Beispiel deutlich mehr aus Deutschland. So bleibt bei uns für heimische Betriebe kaum etwas übrig.

Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?

Schauen wir in die Sägewerke: Zwar haben sie mehr Aufträge, als sie stemmen können, allerdings fehlt ihnen das Rohmaterial. Zimmermann Peter Helmuth sagt im ARD-Interview:  „Wenn wir unser Material nicht schnell genug bekommen, kann es passieren, dass wir im Sommer, wenn es bei uns richtig boomt, Kurzarbeit anmelden müssen. Wegen Materialmangel. Das gab’s noch nie!“ 

Große Sägewerke haben meist bessere Kontakte, weswegen viele Handwerkerbetriebe auf große Lieferanten zurückgreifen. Kleine Sägewerke bleiben dabei zurück, können die überhöhten Preise nicht zahlen und verlieren ihre Kunden. Deswegen müssen Auftraggeber und Endkunden mehr Geld zahlen und länger auf ihre Produkte warten. Wer im April 2021 Holz kaufte, zahlte laut Wirtschaftswoche für eine Standardeinheit von 2,36 m² Holz noch 252 $. Dieselbe Menge ist aktuell ungefähr 1670 $ wert. Klein-und mittelständische Unternehmen können diese Preise kaum bezahlen. 

Welche Konsequenzen hat das für konifez®?

Auch wir als kleiner Anbieter sind natürlich von dieser Holzknappheit betroffen. Unsere Bretter sind aus FSC-zertifiziertem Fichten- und Lärchenholz hergestellt, die beide sehr beliebt und daher aktuell schwierig zu bekommen. Zum Glück haben wir mit Westfalenfleiß eine sehr kooperative Werkstatt an unserer Seite, die uns immer auf dem Laufenden hält. Sie hat glücklicherweise gerade noch genug hochwertiges Holz für die nächste Charge Cornhole-Spiele auftreiben können – allerdings zu einem deutlich höheren Preis als bisher. Dadurch steigen unsere Herstellungskosten um rund 30 % und wir müssen leider die Preise erhöhen. 

Wir arbeiten gerade daran, euch unsere Preise transparent aufzuschlüsseln, damit ihr verstehen könnt, wie sie zustande kommen. Denn gewürfelt werden sie bei uns natürlich nicht. 😉 Dazu findet ihr in Kürze mehr Infos hier auf unserer Website.

Ist ein Ende in Sicht? Und was macht die Politik dagegen?

Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage soll geschlossen werden. Wie das Handelsblatt berichtet, plant unser Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier daher, mehr Frischholz abholzen zu lassen, als die gesetzliche Grenze zulässt. Dadurch soll verhindert werden, dass heimische Betriebe kein Holz mehr haben. Die erst im Frühjahr beschlossene Beschränkung sollte Betriebe dazu bringen, älteres oder “befallenes” Holz aufzubrauchen und zu verwerten – ein durchaus nachhaltiger Gedanke, den wir unterstützen. Was passiert aber mit dem Holz, wenn die Grenze nach oben angepasst wird?

Wir sind gespannt, wie sich der Holzmarkt die nächsten Jahre entwickelt. Natürlich hoffen wir, dass eine nachhaltige Lösung gefunden wird, die klein-und mittelständischen Unternehmen weiterhilft. 

Wir danken euch für eure Unterstützung und hoffen auf euer Verständnis für die nun anstehende, notwendige Preisanpassung. Wenn ihr Fragen habt, schreibt uns gerne: frage@konifez.de 

Noch mehr Interesse am Thema? Hier sind drei Videos, die euch die Situation gut erklären:

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